[Buchgedanken] Wenn's am schönsten ist: Astrid Ruppert

Donnerstag, April 17, 2014 Tinka Beere 0 Comments

Klappentext
"Peter, Sabine und Lukas waren einmal eine Familie. Das ist lange her. Bis Vater und Sohn sich überraschend wieder begegnen. Peter beginnt, um Lukas’ Vertrauen zu kämpfen. Lukas weiß nicht, wie er Peter in sein Leben lassen kann, ohne Sabine zu verletzen. Nichts ist verloren, und nichts bleibt, wie es war."


neuerschienen 2015
Umfang: 272 Seiten
ISBN: 9783548612638
Verlag: List


Meine Meinung


Das Buch hat mich optisch direkt angesprochen. Das Cover ist wunderschön bunt und auch der Titel ist gut gewählt, wenn er einen besonders auch nach der Lektüre der Geschichte an einer empfindlichen Stelle trifft.


Ich habe das Buch und auch den Titel erst ab ungefähr der Seite einhundert verstanden und am Ende habe ich fast geheult. Die Geschichte in diesem Buch ist ziemlich gradlinig und mitreißend. Man hat das Gefühl, man weiß, was als nächstes kommt, doch darauf gefasst ist man nicht.


Das Buch ist vom Stil her ziemlich still und ruhig geschrieben. Es kommt mit einer sanften Art daher, die einen irgendwie einlullt. Eine Stelle gibt es in dem Buch, die mich hat hektischer Lesen lassen, aber es war auch nur die eine. Die Geschichte der Familie und ihr Umgang miteinander lässt mich darüber nachdenken, wie ich anderen Leuten begegne. Was steht einer netten Begegnung im Weg? Vorurteile, Missverständnisse, Wut und Hass, Gefühle, die nicht die eigenen sind…


Dann hat mich ein Satz ganz besonders gepackt. Den musste ich gleich viermal lesen, nicht, weil ich ihn nicht verstanden habe, sondern weil er so ausdrucksstark war



Und mitten in diesem glücklichen Gedanken greift plötzlich eine kalte Hand an sein Herz.
Ein  für mich interessanter Aspekt ist, dass die Geschichte sich an mir bekannten Orten abspielt, zumindest in großen Teilen. Lukas fährt mit dem Zug seinen Vater in Frankfurt besuchen, wohnt selbst in einem kleinen Ort bei Kassel, der namentlich nicht genannt ist. Auch Melsungen kenne ich vom Namen her und ebenso is mir Zürich ein Begriff.

Das Buch hat mich sehr bewegt. Es schildert die Geschichte einer gescheiterten Beziehung, aus der ein Kind hervor gegangen ist, aus allen Perspektiven mit den Gedanken von Vater, Mutter und Sohn. Und dieses Buch wäre nicht das Gleiche gewesen, wenn man nur eine Sicht der Protagonisten kennen lernen würde. Das Zusammenspiel aus mehr wissen, als der Andere, aber genauso wenig tun können, wie der Eine, lähmt einen fast. Es ist so entsetzlich ehrlich und schockierend zugleich.


Wirklich ein seltsames Buch, bei dem ich zumindest einige Zeit brauche um es zu verarbeiten.

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