Tagebucheintrag N°134 | schlechte Bücher lesen

Samstag, Juli 04, 2015 Tinka Beere 2 Comments

Hallo ihr Lieben :)

Ich lese gerade ein - aus Autorensicht - so unfassbar schlechtes Buch. Aber ich lese es trotzdem. Und zwar erstaunlich gerne.


Verrückt. Aber warum tu ich mir das an? Es gibt durchaus Bücher, die ich abbreche. Dieses nicht: Warum im Speziellen, darum soll es jetzt nicht gehen, denn ich möchte mich kurz fassen, da mein Laptop am Schnaufen ist.


Ich halte es für wichtig, dass Autoren Bücher lesen. So. Viel. Wie. Möglich!! Das ist unausweichlich und da wird mir jeder Autor zustimmen. Gute Bücher lesen: Auf jeden Fall! Du kannst so viel dazu lernen, analysieren, warum etwas dir gut gefällt. Und, und, und ...



Doch auch schlechte Bücher sollte man lesen. Und ich meine jetzt nicht unbedingt, die Bücher, von denen einem abgeraten wird, sondern die Bücher, die man lesen möchte und bei denen man feststellt: Uh, das ist ganz schön schlecht.


Denn auch aus schlechten Büchern kann man lernen. Sehr viel sogar. Ich wage sogar zu behaupten, dass es deine Sinne schärft, um deinen eigenen Text gut überarbeiten zu können, eben weil du übst, Schlechtes zu erkennen. An diesen Büchern und Geschichten hängst du meist nicht mit deinem Herz und du kannst an allen Ecken und Enden mäkeln. Als Blogger hast du sogar die Möglichkeit, dieses Meckern in die Weiten des Internets zu stellen. Es gibt Leute, die lieben Ausschlachtungen von Büchern (siehe Shades of Grey. Wer macht sich nicht darüber lustig?)


Und das ist auch ein Punkt. Wenn es so schlecht ist, warum ist es dann so erfolgreich? Vielleicht liegt es an der Marketingstrategie. Ich weiß es nicht. Fakt ist, es ist beliebt und viele andere Bücher, jene, die ich gelesen habe, fand ich jetzt auch nicht sooooo spitze, folgen diesem Trampelpfad. Auf Booktube haben Young Aduld oder New Aduld-Bücher einen regelrechten Hype erlebt. Kann ich persönlich nicht wirklich nachvollziehen, denn viele der "erotischen" Szenen sind ... Ja, sagen wir es mit belächelt und belachten Worten aus Shades of Grey "wie ein Frachtzug".


Vielleicht hilft es aber nur, um euch selbst Mut zu machen, euch zum Schreiben zu Motivieren, wie mir jemand auf Twitter schrieb.


Dabei ist es doch auch wieder schade, wenn man nur zufrieden mit sich ist, wenn es andere schlechter machen. (Dabei ist es ja dann egal, ob man sich verbessert oder gleich gut bleibt ... )


Ich versuche, wenn sie denn annehmbar und nicht voll Banane sind, so viel aus den für mich "schlechten" Bücher mitzunehmen. Auch aus ihnen zu lernen.


Wie geht ihr mit schlechten Büchern um? Wann brecht ihr sie ab, wenn überhaupt? Warum lest ihr sie weiter?

Kommentare:

  1. Hm, schlechte Bücher sind ein kniffliges Thema.
    Zuerst einmal gefällt mir Deine Meinung, dass man auch aus schlechten Büchern etwas lernen kann (und wenn es nur das ist, wie man es besser macht!).
    Gleichzeitig frustriert es mich manchmal ungemein, wenn ich ein richtig schlechtes Buch erwischt habe, dass zudem noch von irgendwem aus dem Englischen übersetzt wurde (und auch im Original schon grottig war) und für das ich trotzdem im Buchhandel oder Blogs Werbung sehe. Ich frage mich dann jedesmal, warum so ein schlechtes Buch nicht nur einmal,. sondern offensichtlich sogar zweimal einen Verlag gefunden hat, während andere, wesentlich bessere Autoren und Bücher im Dunkeln vergammeln. Sowas ärgert mich dann immer!
    Als dritten Punkt lande ich dann bei der Frage: Finde nur ich das Buch schlecht? Ist mein Buchgeschmack vielleicht nicht "richtig" und darum gibt es immer mehr grottige Schmöcker und die guten Bücher bleiben unentdeckt? Und wenn das wirklich an mir liegt und mein Geschmack Mist ist, warum will ich dann überhaupt noch meine Sachen veröffentlichen?

    Du siehst, das Thema "Schlechte Bücher" ist für mich als Autorin ein Problem.

    Für mich als Leserin kommt es immer auf das Genre an. Ist es ein Genre, in dem ich selber zu schreiben gedenke ;-), kommen obige Punkte zum Tragen. Ist es ein komplett fremdes Genre, kommt es auch schon mal vor, dass ich ein Buch abbreche und in die Altpapiertonne befördere. Dann fügt es wenigstens der Umwelt keinen Schaden mehr zu

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  2. Ja, deine Frustration kann ich sehr gut verstehen. Aber ich glaube nicht, dass du einen "falschen" Buchgeschmack hast. Wir sind alle Individuen mit unterschiedlichen Geschmäckern. Wenn jemand Shades of Grey mag, dann ist es doch total in Ordnung. Ich zum Beispiel mag auch die Twilight-Reihe, obwohl sie zerrissen wird. Ich finde es schlimm, wenn sich Fans bei so etwas dann persönlich angegriffen fühlen. Es kann ja nicht jeder den gleichen Geschmack haben. Für mich war diese Reihe eben sehr wichtig und sie erinnert mich an eine bestimmte Phase in meinem Leben.
    Vielleicht ist aber auch mein Buchgeschmack nicht "richtig", denn ich habe nie für ein Buch so wirklich gehypt. Ich habe das eher mit mir ausgemacht, als meine "Liebe" zu einem Buch in die Welt hinaus zu tragen ^^
    Und zu den Bloggern und Verlagen: Ich denke, Verlage sind immer am Markt, gucken, was sich gut verkauft. Wie bei Games und Mode sind auch bei Büchern viele Augen auf den amerikanischen Buchmarkt gerichtet. So verdienen sie ihr Geld, denn sie wollen weiterexistieren und verkaufen. No-Name-Autoren haben es da sicherlich schwer. Sie haben in der Regel noch keine Fanbase, ihre Bücher haben also noch keinen Qualitätstest durchlaufen. Wobei ein Hype, wie wir sicherlich alle wissen, nichts über die Qualität eines Buches aussagt.
    Auch in Amerika wäre es dumm von den Verlagen, die vielen Buchblogger außen vor zu lassen. Sie sind vielleicht sogar ein größerer Teil vom Marketing, als wir uns das vorstellen können. Viele Rezensionsexemplare werden vergeben und es ist wahrscheinlich, dass eine Rezension nicht immer die Meinung des Bloggers widerspiegelt, genau wie in anderen Bereichen.
    Die Aufschreie einiger Blogger Selfpublishern gegenüber, waren ja unüberhörbar. Aber was sollen sie tun, am Buchmarkt Fuß zu fassen, ist nun einmal schwer. Sehr schwer. Nicht, dass ich das, was man hört gut heißen würde ;)

    Am Ende kommt einfach dazu, dass jeder einen anderen Buchgeschmack hat. Ich versuche hier meine Meinung zu Büchern darzustellen, sicherlich gelingt es mir nicht, immer ohne Vorurteile an ein Buch zu gehen. Leider, aber dafür gibt es ja die vielen Buchblogger, man kann sich viele Verschiedene, positive wie negative, Meinungen über ein Buch einholen. So man es möchte. Und schließlich entscheidet man ganz für sich :)

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