[Projektupdate] 17. Oktober 2016

Montag, Oktober 17, 2016 Tinka Beere 2 Comments

Endlich ist auch der letzte Teil der Veröffentlichung von "30 Tage Schreibchallenge" vollbracht und ich kann meine gesamte Aufmerksamkeit auf die Überarbeitung von "Back to the Roots" richten.



Ein kleines Mini-Projekt besteht ja darin, dass ich versuche, morgens an meinen Projekten zu arbeiten. Um sechs Uhr klingelt der Wecker und spätestens um dreiviertel sieben sitze ich vor einem Haufen Blätter. Bisher klappt das Aufstehen erstaunlich gut und bei einer Tasse schwarzem Tee habe ich sogar schon die nötige Konzentration.

Wie an anderer Stelle erwähnt, liegt das Schreiben der Rohfassung bereits ungefähr zweieinhalb Jahre zurück und damit auch genügend Abstand. Mir ist bewusst, dass ich die Geschichte geschrieben habe und erkenne mich und verschiedene Gefühle, die ich beim Schreiben hatte wieder, allerdings kann ich recht distanziert sagen, was funktioniert und was nicht. Es macht wirklich großen Spaß, bei einer Geschichte, die mir trotz der langen Pause noch präsent ist, die Rolle des Lesers einzunehmen. Und fest steht schon jetzt: ich werde viel streichen, um- und neuschreiben müssen.

Ich weiß nicht, ob mir das Angst macht, weil es eben so etwas neues ist oder weil ich es noch nie in der Art getan habe. Mein letzter Versuch, eine Geschichte komplett neu zu schreiben, ist ja grandios gescheitert, sodass ich glaube, die Geschichte tot geschrieben und somit für eine Veröffentlichung unbrauchbar gemacht habe. Das ist schade, denn immer noch liegt mir die Geschichte sehr am Herzen und die Charaktere rebellieren. Vorerst bleibt das Schicksal hierfür offen, aber ich habe die Gewissheit, dass ich durch diesen Prozess sehr viel über mich und mein Schreiben gelernt habe. Das ist doch auch schon mal sehr wertvoll.

Zurück zu "Back to the Roots". Aktuell bin lese ich das gute Stück und mache mir Notizen dazu.

Fortschritt: 58/165 Seiten

Ich habe schon bemerkt, dass ich ziemlich viel für die Geschichte unnötiges, für mich doch recht wichtiges Vorgeplänkel geschrieben habe. Man braucht eben ein bisschen Zeit, um sich in eine Geschichte hineinzufühlen - dabei immer im Hinterkopf behalten, dass dies meine zweite beendete Geschichte überhaupt ist.

Ein Drittel der Handlung habe ich theoretisch hinter mir, doch eigentlich hat sie gerade erst begonnen. Und ich vermute, bei dem, was ich von der Geschichte noch im Kopf habe, wird mich auf den nächsten fünfzig Seiten ein mittelgroßes Plotloch erwarten.

Ich lass mich da einfach überraschen und genieße es, die Geschichte zu lesen, auch wenn ich mir manchmal denke, was zur Hölle ich da eigentlich zusammengetippt habe:

Sie merkte, wie das Wasser in ihrem Hals ihr gut tat und ihre Stimme etwas ölte.
Danach sagt sie aber nichts ... Hm ... Oder auch, dass mir Geruch echt wichtig zu sein scheint ...

Für einen kurzen Moment bleibt ihr die Luft weg, weil sie zuvor seinen Geruch wahrgenommen hatte. [weiter unten auf der Seite] Sie achtete darauf, dass sie einen Platz neben sich und Vincent frei ließ, denn sie wollte sich auf keinen Fall von seinem Geruch ablenken lassen.
Das sind dann so Momente, in denen ich nur einen solchen Kommentar an den Rand schreiben kann: Waah! Ernsthaft?
Ja, ich kommuniziere mit meinem Ich, das diesen Text geschrieben hat, nur bekomme ich keine Antwort ... Noch nicht. Vielleicht ja, wenn ich wieder aktiv am Text herum schreibe und versuche, mir diesen Anmerkungen irgendwas sinnvolles anzustellen :D

Heute morgen kam mir dann auch in den Sinn, dass es vielleicht nicht die dümmste Idee ist, die erste schriftliche Überarbeitung von "Back to the Roots" in den NaNo zu legen, denn dann sind die Anmerkungen noch frisch ... Vielleicht mache ich aber auch beides parallel: ein neues Projekt schreiben, dieses hier überarbeiten. Mal gucken, es ist ja noch ein bisschen Zeit.

Kommentare:

  1. Wenn du findest, dass deine Geschichte tot ist, dann versuch eine ganz große Änderung einzubauen. Ich habe hier auch noch meine Storyline und die ersten 50 Seiten von meinem Jugend-Projekt liegen. Die Charaktere gefallen mir sehr gut, ich gebe ihnen jetzt ein bisschen erwachsenere Züge, aber ich werde sie behalten. Dann hatte ich immer das Gefühl, es fehlt das Salz in der Suppe. Etwas fehlt. Darum baue ich jetzt ein ganz neues und zentrales Element ein, mit dem ich sowieso alles nochmal schreiben muss, aber was der Geschichte auch ganz neue Ansätze zur Charakterentwicklung gibt.
    Ich bin mit dieser Überarbeitungs-Strategie sehr zufrieden: Gutes lassen, weniger gutes verwerfen und ein neues Hauptelement, mit Luft für neue Entwicklungen.

    Liebe Grüße, Anja

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  2. Danke für deinen Kommentar, Anja :)

    Ja, das wäre eine Möglichkeit. Bei mir ist es leider ein bisschen anders. Die Geschichte und die Charaktere funktionieren immer noch super und ich liebe die Geschichte. Allerdings habe ich mich mit jedem Neuschreiben mehr und mehr auf die Handlung fokussiert und an Beschreibungen gespart. Ich hatte am Ende also irgendwie die nackte Geschichte ohne das, was sie zum Leben erweckt. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.
    Sicherlich werde ich mich irgendwann nochmal an die Geschichte setzen und mit viel Geduld versuchen, etwas draus zu machen. Ich denke, das kann mir auch ganz gut gelingen, nur brauche ich dafür noch mehr Routine im Überarbeiten und Umschreiben :)

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