Auf der Suche nach Inspiration

Sonntag, Juni 11, 2017 Tinka Beere 0 Comments


Auf einem großen See schwamm ein kleines Boot - ein Ruderboot - und ich saß drinnen. Ein Paddel hatte ich vermutlich schon verloren und ich strampelte mir einen ab, um voranzukommen. Wohin? Keine Ahnung, einfach nur oben bleiben, denn das Boot hatte ein kleines Loch. Das hatte ich aber nicht mal gesehen. So drehte ich mich also im Kreis, hörte nicht auf zu rudern. Das macht man doch in so einem Boot. Paddeln, bis man irgendwann ankommt ...

Jetzt, einige Zeit später, sitze ich einem kleinen Feuer und trockne meine Sachen. Ich glaube, ich bin einmal kurz ins Wasser geplumpst, bevor mich jemand rausgeholt hat. Ich fühle mich wieder menschlich und habe einen Blick auf das bekommen, was ich da angestellt habe. Eigentlich genau das, was ich nicht möchte und wovor ich auch andere bewahren will. Wie bei so vielen Dingen, bin ich bei mir selbst blind und krame meinen Sturkopf, mein Kämpfer-Ich raus. Nicht so schlau, wie sich herausgestellt hat. Und eigentlich weiß ich das doch auch ...


Seit einer Woche habe ich jetzt Urlaub. Und mit dem Urlaub kam auch die Luft zum Atmen und mit der frischen Luft im Kopf viel Inspiration und Motivation, Kreativität und Ideen. Ich bin fast überwältigt von der Energie, die in mir steckt, sodass ich es etwas schade finde, meinen Alltag bald wieder nach dem Brotjob zu richten.

Allzu oft habe ich in den letzten Tagen den Wunsch nach Inspiration verspürt. Ich habe Blogbeiträge gesuchtet, in denen Menschen ihre Gedanken zu Themen, die sie im Moment beschäftigen, geteilt haben, und Videos förmlich inhaliert. Ich habe mich auf die Suche nach Büchern gemacht, die (für mich) inspirierende Menschen gelesen haben, weil ich auch etwas abhaben möchte, von ihren Erkenntnissen, von ihrer Weisheit, ja, einfach von Ihrer Coolness. Dabei ist mir aufgefallen - obwohl ich diesen Blick auf mich gar nicht mag -, dass ich auch so ein Mensch für andere bin. Ich hasse es, mich selbst auf dieses Podest zu stellen, weil es bedeuten würde, selbst anzuerkennen, was ich alles in den letzten Jahren geschafft habe. Da ist immer dieser Blick zurück, bei dem ich mir sage, an dieser Stelle hättest du noch ein bisschen mehr ... Und da auch noch ein Stück ... Und guck mal da; das hast du überhaupt nicht hingekriegt.

Aber ist es überhaupt wichtig, dass wir versuchen, niemals zu scheitern? Müssen wir immer alle unsere Ziele erreichen?

Ganz mutig wische ich also meine Selbstzweifel weg, ja, auch die überfallen mich von Zeit zu Zeit und lasse euch an Dingen teilhaben, die mich in letzter Zeit so beschäftigt haben, die mir begegnet sind oder einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Zeit ist Geld

"Zeit ist Geld und Geld hamwa nich." Mit diesem Spruch bin ich groß geworden und vermutlich kennen ihn auch viele von euch. Allerdings begegnen mir auch immer wieder Sprüche oder Zitate zu Glaubenssätzen, die sich (leider) im Unterbewusstsein manifestiert haben. Vor dem Hintergrund ist die Frage, ob die Aussage oben überhaupt schlau ist, wirklich einfach zu beantworten. Viel mehr sagt mir der Gedanke zu, dass ich meine Arbeitszeit gegen Geld eintausche, wenn ich meinem Brotjob nachgehe. Dadurch finde ich es auch gar nicht schlimm, irgendwelche Arbeiten zu machen, die ich vermutlich sonst nicht tun würde. Immerhin bekomme ich ja etwas dafür.
In der vergangenen Zeit habe ich mich aber auch immer schlecht gefühlt, wenn ich Zeit vertrödelt habe. Wie ihr vielleicht wisst, habe ich dreieinhalb Jahre meines Lebens ohne einen Fernsehanschluss verbracht. Einmal läuft da natürlich nicht viel, und dann ist es auch totale Zeitverschwendung, weil Serien/Filme/Sonstwas immer mit Werbepausen zerstückelt sind. Die Serie "Vampire Diaries" habe ich geschaut, währenddessen ich eine Decke gestrickt habe, weil ich mir total unproduktiv vorkam, wenn ich einfach nur geschaut hätte.
Die letzten Monate haben mir aber gezeigt, dass diese Denkweise vielleicht nachvollziehbar, aber nicht sehr logisch ist. Anstatt Zeit einzusparen, war ich trotzdem gehetzt, schaute Youtube nebenbei, plante einen Artikel fürs Schreibmeer beim Mittagessen, dass auch einfach nur etwas war, was ich schnell gekocht habe - ob man zu Nudeln mit Pesto überhaupt kochen sagen darf?

Es ist wirklich schwer, sich von dieser gehetzten Lebensweise wieder auf ein etwas gemächlicheres Lebenstempo umzugewöhnen. Und alte Muster kommen immer wieder mal durch, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung sind schon mal geregelte Arbeitszeiten. Damit meine ich nicht meinen Brotjob, sondern meine Autorenarbeit. Vermutlich kennt das jeder, der versucht, im Homeoffice, etwas auf die Beine zu stellen. Am Anfang, als wir meine Arbeitszeiten geplant haben, war ich doch tatsächlich maulig, dass ich nur drei Stunden am Tag arbeiten durfte (wohlbemerkt neben meinem Brotjob!). Ich bin schließlich auf den Deal eingegangen, weil es mehr war, als ich überhaupt in der letzten Zeit getan habe. Dann sind wir meinen Schichtplan durchgegangen und haben geschaut, wie wir die drei Stunden unterbringen können - dann die einzelnen Tage. Wieder gab es Empörung von meiner Seite, weil ich auch nur drei Tage die Woche arbeiten darf. Drei Stunden mal drei Tage die Woche - optional konnte ich den Sonntag aushandeln - erschien mir immer noch total wenig. Vor allem im Vergleich zu dem, was ich jahrelang durchgezogen habe.

Nach der ersten Woche ein kleines Fazit: Wie geil ist es bitteschön, einen Feierabend zu haben? Mit nur drei Stunden am Tag schaffe ich mehr, als ich vorher mit dem Prinzip "Das muss jetzt aber schnell noch fertig werden". Ich bin überrascht, aber eigentlich auch nicht, weil es genau das ist, was ich doch schon seit Jahren wusste und in einem *hust* Zeitmanagement-Workshop *hust* gelernt habe, dessen Zertifikat auch immer brav in meiner Bewerbungsmappe liegt.
Wie war das nochmal gleich mit dem "auf sich selbst aufpassen"?

Ganz ehrlich, allein hätte ich das sicher nicht gebacken bekommen. Aber wie sagt man sogar über Berühmtheiten der Geschichte, hinter jedem großen Mann ... ;-)

Ich versuche jetzt also, die Zeit nicht nur gegen Geld, sondern auch gegen Gesundheit, Entspannung und Wohlbefinden einzutauschen.

Du bist, was du isst

Ein Spruch, der nicht passender in meiner Situation sein könnte. Seit Jahren beschäftige ich mich schon mit dem Thema Veganismus und sage von mir selbst, dass ich mich mal mehr, mal weniger vegan ernähre. Je nach Bock und Situation.
Da passt es ja wunderbar, dass ich emotional ziemlich stressanfällig bin und zu manchen Zeiten alles mögliche in mich reinstopfe - egal was für Dinge in dem Kram verarbeitet wurde. Was für ein blöder Kreislauf das aber ist, in dem ich wieder stecke, habe ich erst in den letzten Tagen bemerkt. Eigentlich war ich wieder richtig gut drauf, bin jeden Tag in meinem Urlaub joggen gegangen, merkte, dass ich wieder zu meiner alten Form gelange und Stück für Stück besser wurde ... und dann zack. Ein kleines Gedankenchaos und die Schoki lockte noch mehr als sonst. Einen Tag kann man sich ja sowas gönnen, oder nicht? Laufen war ich trotzdem. Naja, nicht ganz so lange, aber man kann ja auch mal einen schlechten Tag haben. Zu Hause wartete dann die süße Verführung. Nächster Tag, hochmotiviert in die Laufschuhe geschlüpft, aus der Haustür, um die Ecke und die Luft ist raus - na gut, dann geh ich die Strecke eben. Daheim angekommen, gleiches Bild wie am Vortag mit dem Unterschied, dass ich am nächsten Morgen gar nicht mehr joggen war. Seit zwei Tagen sieht man auch, dass meine Haut diesen Lebensstil nicht so klasse findet - aber wie Schokolade sieht sie auch nicht aus xD

Diese Erkenntnis reicher, versuche ich wieder, die Kurve zu kriegen - dann auch wieder veganer -, denn wohl fühle ich mich so auf keinen Fall - auch wenn die Schoki im ersten Moment ziemlich gut tut.

Veganes Eis mit Banane

Endlich habe ich es mal ausprobiert, Eis selbst zu machen. Ist ja auch bedeutend günstiger. Zuerst habe ich die komplette Banane eingefroren, kam dann beim Schälen selbiger auf die geniale Idee, vorgestückelte Bananen einzufrieren. Damit es cremiger wird, habe ich einfach ein bisschen Hafermilch zu den Bananen getan - ein paar Haferflocken mit etwas Milch mixen. Etwas Kakaopulver und ein Stück Schokolade dazu. Fertig! Lecker!

Leider muss ich gestehen, dass ich im dritten Versuch mit den Bananen meinen Mixer zerstört habe. Die Nippel, die die Klinge drehen, sind einfach mal abgebrochen und somit wurde die Fortsetzung dieses leckeren Experiments vertagt, bis ich wieder einen Mixer habe -.-'

Das Buch Simplify Diät

©Campus Verlag
Einfach besser essen und schlank bleiben" hat mich tatsächlich ein bisschen wütend gemacht. Einen ganzen Abend lang habe ich auf der Couch sitzend damit verbracht, meine Merkliste der Onleihe mit Büchern zu füllen. Voller Vorfreude habe ich mich dann auf das Buch gestürzt, weil ich bisher immer mehr als zufrieden mit den Simplify-Büchern war. Ich mochte das Konzept echt gerne und doch hat mich das Buch sehr enttäuscht, sodass ich es schließlich abgebrochen habe, nachdem ich noch ein paar Seiten überflogen hatte. Die wirklich zahlreichen Tipps findet man nahezu überall und einigen stehe ich wirklich kritisch gegenüber, weil ich durch andere Bücher ihren Glaubensgehalt sehr stark anzweifle. Kurz: Vermutlich ist das das meiner Meinung nach unnötigste Buch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Ohrwurm der Woche

Seit ich wieder ein Smartphone habe, dudelt bei mir - vor allem beim Arbeiten - Spotify rauf und runter - wenn ich nicht selbst vor meinem Piano sitze. Ganz hoch im Kurs stehen bei mir zur Zeit Lieder, die gute Laune machen. Dafür habe ich mir eine extra Playlist angelegt, bisher sind nur zwei Lieder dabei, aber wer mag, kann mal reinschauen.

Mein Ohrwurm der Woche ist aber mit dabei :-)



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