Die Sache mit der Selbstliebe

Samstag, Februar 24, 2018 Tinka Beere 0 Comments

Manche Dinge sind nur so lange okay, wie sie im Gesamten funktionieren. Funktioniert irgendwas nicht mehr, bricht das ganze Konstrukt in sich zusammen.

In letzter Zeit stoße ich immer wieder an meine Grenzen. Mental gesehen. Und immer intensiver begegne ich ein und dem selben Thema: Selbstliebe.

Ich erwarte Dinge von anderen und bin enttäuscht und verzweifelt, wenn sie mir diese nicht eben. Ich mache Dinge, weil ich sie für richtig halte. Gebe Dinge, weil es total natürlich für mich ist: Verständnis, Liebe, Mitgefühl, ich höre zu und versuche zu helfen.
Doch bekomme ich das Gefühl, dass ich selbiges nicht zurückkriege, blockiert in mir etwas. Es scheint mir, als würde etwas in mir überlaufen und ich könnte es nicht stoppen.

Diese Momente sind furchtbar für mich, weil ich mir vollkommen bewusst bin, wie ich anderen vor den Kopf stoße, wenn ich so bin. Ich will nicht so sein und doch ist etwas in mir, das auf stur stellt. Das auch gehört und verstanden werden will.

Gestern brachte mich dieser Gedanke, nachdem ich ihn ausgesprochen habe, auf eine Idee. Ich sagte laut: ich will manchmal vielleicht einfach nur heulen. Ich will, dass mir jemand zuhört und dass ich verstanden werde.

Etwas in mir passierte in diesem Augenblick. Mir wurde bewusst, dass ich etwas von anderen verlange, dass ich mir selbst nicht gebe. Freimütig gebe ich es anderen, aber mich selbst vergesse ich. Ich höre mir nicht zu. Aber nicht nur das. Ich gönne mir nichts. Ich gestehe mir nicht zu, Fehler zu machen, zu versagen. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen, weil es dann jemanden gibt, der mich verächtlich anschaut. Früher gab es so jemanden in meinem Leben, jetzt bin ich derjenige. Ich habe Angst, meine Routinen zu ändern, Neues auszuprobieren, weil ich dadurch nicht nur meinen Alltag, sondern auch den meines Liebsten durcheinander bringe, ihn damit verunsichere und ihm das Gefühl gebe, dass er etwas falsch gemacht hat. Gleichzeitig habe ich Angst, wie andere über mein Leben denken. Zu oft wurde ich gehänselt oder ausgelacht, weil ich manche Dinge anders mache oder noch nicht so gut kann. Auch wenn mein Kopf weiß, dass da niemand mehr über mich lacht, bin ich vorsichtig geworden.

Interessanterweise ist mir die Meinung von anderen wichtiger, je näher sie mir stehen. Was eigentlich total irrsinnig ist, sind es sind doch gerade die Menschen, die mich am meisten so lieben, wie ich bin. Tatsächlich fällt es mir im Internet leichter, neues zu wagen. Das ist eine sichere Zone, vielleicht oder gerade auch wegen meinem Namen, meinem neuen Selbst, das ich mir geschaffen habe. Es ist verrückt und befreiend - und doch traurig zugleich.
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich mehr Tinka. Natürlich ist sie ein Teil meiner Selbst, aber den anderen Teil darf ich nicht vergessen.

Ich wünsche mir, ich wäre mutiger, mehr Tinka, würde wirklich mehr für mich selbst - meine nicht-Tinka-Seite, einstehen. Mir zuhören, tun, was mir gut tut. Für mich da sein und dadurch unabhängig von der Meinung anderer.

Letztendlich scheint es so, dass ich mir selbst im Weg stehe und dadurch anderen gegenüber unfair bin. Mir bleibt also nur, über den eigenen Schatten zu springen, Dinge zu wagen, zu mir selbst stehen und auch mal nein zu sagen. Denn bisher habe ich mich immer darum herum gewunden und die Liebe der anderen auf mich projuziert. Jetzt bin ich dran, mir selbst die Liebe zu geben, die ich brauche, denn in mir ist genug davon.

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