die Liste - Frühling




Ich bin ein sehr vorfreudiger Mensch. Das heißt, ich freue mich immer auf das, was gerade nicht ist und kann das, was ist, gar nicht wirklich genießen. Besonders stark fällt mir das bei den Jahreszeiten auf. Ist es Frühling, kann ich den Herbst kaum erwarten. Im Sommer überfällt mich ein Fernweh nach dem Winter. Ist der Herbst da, bin ich gedanklich schon wieder im Frühjahr angekommen und im Winter sehne ich mich nach dem Sommer. Ein endloser Kreislauf, dem ich mich gern hingegeben habe, nun aber durchbrechen möchte. Ich will nicht mit den Gedanken in der Zukunft leben, nicht mit der Vorstellung von Gemütlichkeit im Sommer dem Winter entgegensehnen und dann deprimiert die Matschepampe draußen verfluchen, sondern im hier und jetzt.

Jahreszeiteninspirationen

Aus der Vorfreude entsprungen sind verschiedene Boards auf Pinterest. Natürlich habe ich im Winter Sommerinspirationen gepinnt, im Sommer Winterinspirationen, ... ihr kennt das Spiel. Das hat mein Gefühl des Entgegenfieberns noch ungemein gesteigert. Rezepte, Orte, Aktivitäten, die ich mich der Jahreszeit in Zusammenhang gebracht habe und unbedingt tun wollte, ... habe ich irgendwann, als es soweit war, dies zu tun, vergessen. Gedanklich habe ich schon all das getan und war mitten in der gegenüberliegenden Jahreszeit. Mein Fernweh hat mich das echte Leben gar nicht mitbekommen lassen. Ich verpasste, wie es Frühling wurde und wieder Herbst. Das hat mich so manches Mal richtig erschreckt. Ich hatte mich so in meine Beschäftigungen eingegraben, in meine tägliche Routine, dass ich das Leben verpasste. Damit soll jetzt Schluss sein und ich möchte die Dinge nicht nur im Kopf, sondern auch im richtigen Leben tun.



Außerdem habe ich gebrainstormt, was ich mit den verschiedenen Jahreszeiten verbinde. Es gibt viele Traditionen oder Rituale, die ich aus verschiedenen Gründen nicht begehe. Darunter fallen die größten Feste, die vermutlich fast jeder Mensch feiert: Weihnachten, Ostern, ... Für mich haben sie eine ursprünglichere Bedeutung. Ich verbringe sie nicht mit der Familie, sondern mit Menschen, die mir wichtig sind. Es gibt keine Geschenke – und wenn es sie gibt, wird ihnen nicht diese riesige Bedeutung beigemessen. Ich möchte meine eigenen Rituale finden und kreieren, um die Jahreszeiten für mich zu feiern. Eben auf meine Art, um mich nicht mehr im Strom der Zeit zu verlieren. Um einen Rhythmus für mich zu finden, um die Jetztzeit wieder wahrzunehmen.

Die Frühlingsliste

*** Disclaimer: Ich schreibe diese listen hauptsächlich für mich, um mich selbst daran zu erinnern, möchte sie aber veröffentlichen, um anderen Menschen eine Inspiration zu sein. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit, denn sie entspringen meinen eigenen Vorlieben und Vorstellungen, mein Leben zu gestalten. ***

draußen Joggen gehen

Ich liebe es, joggen zu gehen. Das ist mein Sport, nur komme ich immer wieder davon ab. Meistens im Winter (schlechtes Wetter) oder wenn das Leben zu chaotisch ist, was aber eher seltener der Fall ist. Es tut mir einfach gut, mich auf meinen Körper zu konzentrieren, zu sehen, wie ich mit jedem Mal besser werde, weiter laufe, schneller laufe. Im Frühling fange ich meistens wieder von vorne an, aber ich habe einen Plan B für den Winter und schlechtes Wetter: ein Fahrrad in der Wohnung. Dann kann ja nichts mehr schief gehen.

 

spazieren gehen

Ehrlich gesagt, hasse ich es, spazieren zu gehen. Das hat für mich überhaupt keinen Sinn, ohne Ziel durch die Gegend zu watscheln, aber seit ich meinen Liebsten habe, genieße ich sowas total. Die Smartphones bleiben unbeachtet zu hause oder in der Tasche und wir haben Zeit für uns und reden über alles mögliche. Das tut mir, uns und unserer Beziehung richtig gut. Natürlich machen wir das viel zu selten, aber vielleicht kann ich ihn öfter rauslocken, wenn auch ich mich daran erinnere, dass das eine tolle Sache ist.

 

frisch kochen mit viel Gemüse

Je mehr ich auf mich und meinen Körper achte, desto häufiger fällt mir auf, dass ich unterbewusst schon nach Jahreszeiten esse. Ist es warm, wird das Essen leichter. Ich trinke mehr Wasser. Insgesamt liegt es wohl daran und auch an der Sonne, dass meine Laune besser wird und ich mich lieber bewege. Schwer ist es eigentlich nicht, ich muss mir nur bewusst Zeit zum Kochen nehmen und auch mal wieder neue Rezepte ausprobieren.

 

Kräuter pflanzen

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag es total, wenn ich grüne Pflanzen in der Wohnung habe. Blüten finde ich nur an Bäumen hübsch, aber in die Wohnung gehören sie nicht. So möchte ich in den nächsten Wochen ein paar Kräuter auf der Fensterbank ziehen. Die Samen habe ich schon und auch Erde liegt im Keller bereit.

 

Blumen in der Wohnung

Das habe ich bisher nur einmal gemacht und fand es richtig schön. Obwohl ich meine "keine Blüten in der Wohnung"-Regel habe, dürfen ein paar frühlingshafte Blumen nicht fehlen. Aber bitte nur in Töpfen. Ich finde, es ist ein Unding, Lebewesen die Köpfe abzuschneiden, nur weil man sie hübsch findet. Stellt euch vor, das würde jeder machen! Wo kämen wir denn da hin?

 

Ostern/Frühling in die Wohnung bringen

Ich feiere zwar kein Ostern und mein Liebster hält auch nicht viel von solchen Festlichkeiten, dennoch mag ich es, zu dekorieren. Aber nicht zu viel. Dezent eben. Einerseits kann ich das durch Blumen machen, andererseits hätte ich auch gerne andere Dekogegenstände. Bisher habe ich noch nichts passendes gefunden, was mir nicht zu kitschig ist.

 

Fenster putzen

Das ist vermutlich meine persönlichste Macke, obwohl es viele gibt, die im Frühjahr ihre Fenster putzen. Es ist die Tätigkeit, die mir im Haushalt den meisten Spaß macht ‒ und die mein Liebster nicht für sich beansprucht 😁 Es fühlt sich einfach richtig an. aber obwohl ich es so gerne mache, putze ich nur im Frühjahr die Fenster. Einmal im Jahr reicht dann auch.


Da ich die Liste erst vor kurzem erstellt habe und mein Pinterest-Board noch nicht so viel hergibt UND es gerade Frühling ist, ich also per se nicht viel Bock darauf habe, ist die Liste noch sehr übersichtlich. Aber ich denke, im Laufe der Jahre(szeiten) wird sich der eine oder andere Punkt dazu gesellen.

Habt ihr spezielle Rituale oder Routinen für den Frühling?

Autorenleben im März | Update 3/2018



Jetzt sind seit dem letzten Update schon fast zwei Monate ins Land gegangen und ich war eben am Überlegen, ob sich ein Update überhaupt lohnt 😁 Aber da ich euch ja versprochen habe, dass es in diesem Jahr regelmäßig auch auf meinem Blog einen Blick hinter die Kulissen geben wird, möchte ich mich natürlich daran halten.

Die Leipziger Buchmesse


Das größte Ereignis, das mir in guter Erinnerung liegt, ist natürlich die Leipziger Buchmesse. Es war wundervoll, all die tollen Menschen wiederzutreffen, denen ich mich durch die gemeinsame Leidenschaft so verbunden fühle. Ein komischer Mensch ist viel weniger komisch, wenn er unter Seinesgleichen ist, nicht wahr?
Die folgende Woche war bei mir dann auch erstmal langsam machen angesagt, da ich mich auf der Messe ziemlich erkältet habe. Da war natürlich nicht viel mit Schreiben, ähnlich wie auch die Wochen davor. Leider ist es nun einmal so, dass der Alltag viel zu gerne mit Überraschungen da auf einen wartet, wo man ihn am wenigsten vermutet.

Ein neuer Schreibcomputer

Die größte Änderung ist mir direkt beim Blick auf meinen Schreibtisch aufgefallen. Mein Lenovo fehlt und nun steht dort ein mächtiges Ungetüm, das mich in meinem Schreiballtag begleitet. Zuvor musste ich eine Woche ohne PC auskommen (die Details erspare ich euch an dieser Stelle einfach), was mich nochmal ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Es ist beängstigend und faszinierend zugleich für mich, dass ich wirklich so ein Routinemensch bin 😏 Außerdem ist die Playsi auf den Schreibtisch gewandert. Bis jetzt bin ich eisern genug, diese nur am Wochenende oder nach Feierabend anzurühren, aber mal gucken, wie lange dieser Zustand anhält ...

Mermaid

Und so stehe ich beim Schreibprojekt Mermaid noch fast an der gleichen Stelle wie beim letzten Mal. Aber eben auch nur fast, denn ich habe angefangen zu schreiben. Aktuell sind es knapp über 5.000 Wörter und es läuft soweit auch ganz gut, wenn ich denn in meinen Flow komme.
Wie es meistens bei mir der Fall ist, kommen dann und wann die absurdesten Projekte um die Ecke und wie so oft gehe ich ihnen nach. Ich liebe einfach die Anfangsmotivation, wenn ich den Ideen und plötzlichen Einfällen nachgehe und noch nicht weiß, wohin sie mich führen werden.

Neue Projekte

Schon vor einigen Wochen habe ich das Projekt Sturmleuchten angegangen. Worum es sich handelt werde ich noch nicht verraten, aber ihr könnt meinen Weg auf dem Instagram-Account dazu verfolgen. Ansonsten wird es dann und wann auch hier davon zu lesen geben, wenn es sich anbietet.

Außerdem beschäftige ich mich momentan sehr intensiv mit dem Thema Selbstliebe und auch da ist mir eine Idee gekommen, die mich nicht so ganz loslassen will. Immer wieder mache ich mir Gedanken über die Umsetzung, denn es würde ein sehr, sehr persönliches Projekt werden, darum möchte ich mich nicht leichtfertig für eine Art der Umsetzung entscheiden, wenn ich sie später bereuen könnte, weil sie nicht gut durchdacht ist.


Das Camp-NaNo im April

Wie in jedem Jahr liegt im April wieder das Camp NaNoWriMo an. Wer es noch nicht kennt: Auf der ganzen Welt treffen sich Autoren (virtuell und real), um an ihren Geschichten zu arbeiten. Ich hoffe sehr, dass ich dadurch die Motivation bekomme, wieder verstärkt an Mermaid zu arbeiten.

Wenn ihr mögt, schaut doch im Writers' Inn (meiner Facebook-Gruppe für Autoren) in der Camp-Veranstaltung vorbei und lasst euch von den anderen motivieren 😊

Tinka auf der Leipziger Buchmesse 2018

Endlich ist es soweit. Bücher gucken, sich mit Autoren treffen. Die Buchmesse in Leipzig ist immer wieder etwas besonderes und ich liebe die Atmosphäre dort - nichts gegen Frankfurt, aber Leipzig ist irgendwie gemütlicher 😅 Vor allem aber auch, weil ich im Oktober nicht nach Frankfurt fahren konnte, freue ich mich umso mehr, im März wieder Messeluft schnuppern zu können.
Ich werde bereits am Dienstag anreisen und so alle Tage auf der Messe verbringen. Einige wenige Termine sind schon gemacht. Zum Beispiel werde ich mich am Samstag mit dem Schreibmeer-Team treffen. Es ist toll, so ein Team online immer irgendwie um sich zu haben, aber sich live zu sehen, ist nochmal etwas ganz anderes.
Generell werde ich es wie auf jeder Messe halten, mich einfach treiben lassen und schauen, wohin es mich führt. Natürlich könnt ihr mich auch gern kontaktieren, am besten über FB oder Instagram, wenn ihr mich auf der Messe auf keinen Fall verpassen wollt, dann machen wir einen Termin 😉
Wer es spontan mag, kann mich üblicherweise in den Selfpublisher-Ecken oder den verschiednen Veranstaltungen entdecken. Ich kann allerdings nicht garantieren, dass ich dort sein werde. Wenn es noch irgendwelche Treffen gibt, die ich auf keinen Fall verpassen darf, sagt mir Bescheid 🤗

Donnerstag, 15. März 2018
• Selfpublishing heute: 11:00/Halle 5/D600
• Fanmanagement & Aktivierung einer Fangemeinde: 11:00/Halle 5/D209
• Contentmarketing: 14:00/Halle 5/D600
• Autor der Zukunft: 15:00/Halle 5/D209
Netzwerken im literarischen Betrieb: 16:00/Halle 5/D211

Freitag, 16. März 2018
• außergewöhnliche Marketingmaßnahmen: 12:00/Halle 5/D211
• Selfpublisher im Kreuzverhör: 12:30/Halle 5/D600
• Online-Marketing für Autoren: 13:00/Halle 5/D209
• Silberschwingen (Emily Bold): 13:30/Halle 5/D302
• 1.000 Bücher verschenken für mehr Resonanz: 15:00/Halle 5/D600
• Handwerk Selfpublishing: 16:00/Halle 5/D302
• Genre schreiben: Romance: 16:30/Halle 5/D600
• Meet and Greet: 17:00/Halle 5/D300
• Autorenweltring: 17:00/Halle 5/D309

Samstag, 17. März 2018
• Miteinander statt gegeneinander: 11:00/Halle 5/D209 
• Authorwing Treffen: 12:00/Halle 2/J311
• Selfpublisher im Kreuzverhör: 12:30/Halle 5/D600
• Schreibmeertreffen: 13 Uhr/Bloggerlounge
• evtl. Schreibnachttreffen: 14:30/Süß & Salzig (Leipzig Plagwitz)
• Bekanntheitsgrad erhöhen: 15:00/Halle 5/D600
• Ist doch Werbung für dich!: 16:00/Halle 5/D600

Sonntag, 18. März 2018
• Bloggerrelations: 11:00/Halle 5/D600
• Genre schreiben: Fantasy und History: 12:00/Halle 5/D600
• Selfpublisher im Kreuzverhör: 12:30/Halle 5/D600
• Raus aus der Unsichtbarkeit: 13:00/Halle 5/D209
• Wie aus Lesern Fans werden: 13:00/Halle 5/D600
• Kampf gegen E-Book-Piraterie: 13:30/Halle 5/D302
• gemeinsam schreiben?: 15:00/Halle 5/D600


Noch mehr Veranstaltungen findet ihr auf der Webseite der Leipziger Buchmesse. Ich gebe keine Garantie für die Richtigkeit der obengenannten Angaben.

Die Sache mit der Selbstliebe

Manche Dinge sind nur so lange okay, wie sie im Gesamten funktionieren. Funktioniert irgendwas nicht mehr, bricht das ganze Konstrukt in sich zusammen.

In letzter Zeit stoße ich immer wieder an meine Grenzen. Mental gesehen. Und immer intensiver begegne ich ein und dem selben Thema: Selbstliebe.

Ich erwarte Dinge von anderen und bin enttäuscht und verzweifelt, wenn sie mir diese nicht eben. Ich mache Dinge, weil ich sie für richtig halte. Gebe Dinge, weil es total natürlich für mich ist: Verständnis, Liebe, Mitgefühl, ich höre zu und versuche zu helfen.
Doch bekomme ich das Gefühl, dass ich selbiges nicht zurückkriege, blockiert in mir etwas. Es scheint mir, als würde etwas in mir überlaufen und ich könnte es nicht stoppen.

Diese Momente sind furchtbar für mich, weil ich mir vollkommen bewusst bin, wie ich anderen vor den Kopf stoße, wenn ich so bin. Ich will nicht so sein und doch ist etwas in mir, das auf stur stellt. Das auch gehört und verstanden werden will.

Gestern brachte mich dieser Gedanke, nachdem ich ihn ausgesprochen habe, auf eine Idee. Ich sagte laut: ich will manchmal vielleicht einfach nur heulen. Ich will, dass mir jemand zuhört und dass ich verstanden werde.

Etwas in mir passierte in diesem Augenblick. Mir wurde bewusst, dass ich etwas von anderen verlange, dass ich mir selbst nicht gebe. Freimütig gebe ich es anderen, aber mich selbst vergesse ich. Ich höre mir nicht zu. Aber nicht nur das. Ich gönne mir nichts. Ich gestehe mir nicht zu, Fehler zu machen, zu versagen. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen, weil es dann jemanden gibt, der mich verächtlich anschaut. Früher gab es so jemanden in meinem Leben, jetzt bin ich derjenige. Ich habe Angst, meine Routinen zu ändern, Neues auszuprobieren, weil ich dadurch nicht nur meinen Alltag, sondern auch den meines Liebsten durcheinander bringe, ihn damit verunsichere und ihm das Gefühl gebe, dass er etwas falsch gemacht hat. Gleichzeitig habe ich Angst, wie andere über mein Leben denken. Zu oft wurde ich gehänselt oder ausgelacht, weil ich manche Dinge anders mache oder noch nicht so gut kann. Auch wenn mein Kopf weiß, dass da niemand mehr über mich lacht, bin ich vorsichtig geworden.

Interessanterweise ist mir die Meinung von anderen wichtiger, je näher sie mir stehen. Was eigentlich total irrsinnig ist, sind es sind doch gerade die Menschen, die mich am meisten so lieben, wie ich bin. Tatsächlich fällt es mir im Internet leichter, neues zu wagen. Das ist eine sichere Zone, vielleicht oder gerade auch wegen meinem Namen, meinem neuen Selbst, das ich mir geschaffen habe. Es ist verrückt und befreiend - und doch traurig zugleich.
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich mehr Tinka. Natürlich ist sie ein Teil meiner Selbst, aber den anderen Teil darf ich nicht vergessen.

Ich wünsche mir, ich wäre mutiger, mehr Tinka, würde wirklich mehr für mich selbst - meine nicht-Tinka-Seite, einstehen. Mir zuhören, tun, was mir gut tut. Für mich da sein und dadurch unabhängig von der Meinung anderer.

Letztendlich scheint es so, dass ich mir selbst im Weg stehe und dadurch anderen gegenüber unfair bin. Mir bleibt also nur, über den eigenen Schatten zu springen, Dinge zu wagen, zu mir selbst stehen und auch mal nein zu sagen. Denn bisher habe ich mich immer darum herum gewunden und die Liebe der anderen auf mich projuziert. Jetzt bin ich dran, mir selbst die Liebe zu geben, die ich brauche, denn in mir ist genug davon.

Wer bin ich wirklich? Und warum bin ich manchmal jemand ganz anderes?



Es ist dunkel draußen. Und auch drinnen. Eigentlich sollte ich schlafen, denn morgen muss ich wieder aufstehen. Der Tag wartet und mit ihm auch einiges an Arbeit. Nicht nur der Brotjob, auch mein Autorenleben braucht Aufmerksamkeit. Und meine Beziehung und der Alltag. Und doch liege ich hier in meinem Bett. Gebe mich meinen Gedanken hin und lasse die Wut in mir aufkommen. Tränen rinnen aus meinen Augen. Die Gedanken kreisen in meinem Kopf. Sie machen mich wütend. Immer weiter steigere ich mich hinein. Bis ich schließlich aufstehe, mich selbst dafür hasse, dass ich so bin. Tausend Gründe finde, meinen Partner zu hassen. Einfach alles. Die Wut ist so groß darüber, dass er seelenruhig neben mir liegen kann und ich mir die Augen aus dem Kopf heule und er nichts merkt. Meine Gedanken und Gefühle scheinen so berechtigt, dass ich sie nicht in Frage stelle. Mein Ego siegt und hört doch die leise, zweifelnde Stimme, ob ich nicht wieder übertreibe. Nein, brüllt meine Wut mir entgegen. Ich will das aber so, wie ich es mir vorstelle. Am liebsten jetzt und sofort. Und gleichzeitig keimt wieder der Hass in mir auf, weil es genau das ist, was ich doch eigentlich nicht möchte. Menschen verbiegen, damit sie mir das geben, was ich brauche. Aber gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich anderen auch nicht immer genau das geben kann, was sie brauchen. Ein Dilemma. Und so gebe ich mich den elenden Gedanken hin, weiß nicht vor und nicht zurück – nur, dass es so nicht weitergehen kann.

Die Beschreibung dieser Nacht ist eine Zusammenfassung einiger Nächte. Allesamt ziemlich schlimm für mich, weil in etwa alle Gefühle auf einmal auf mich eingeprasselt sind. Ich dachte, ich bin so. Manchmal eben aufbrausend, manchmal verschmust. Manchmal will ich niemanden um mich haben, manchmal kann man mir einfach nichts recht machen. Bis ich begann, mich ein bisschen besser zu verstehen.

Ich weiß nicht genau, wann es angefangen hat. Ein wenig bewusster lebe ich, seit ich kein Fleisch mehr esse und mich mit einer veganer Ernährung beschäftige. Mir begegnen immer neue Denkansätze, die ich inspirierend finde. Ich probiere Dinge aus und experimentiere.
Nach meiner letzten Beziehung habe ich die Pille abgesetzt, ganz bewusst, denn ich habe mir Sorgen gemacht. Sorgen um meinen Körper, weil ich glaubte, dass mit mir etwas passiert, was ganz und gar nicht normal ist. Meine Periode wurde immer schwächer, bis sie fast nicht mehr existent war nur noch drei Tage andauerte – von einer Blutung konnte man am Ende jedoch nicht mehr sprechen. Wohlmöglich liegt darin der Anfang. Seitdem spüre ich stetig die Veränderungen, die mein Körper durchmacht. Zum Beispiel fühle ich manchmal meinen Eisprung und auch meine Blutung ist wieder stärker geworden. Beides genieße ich sehr und fühle mich dadurch so sehr als Frau wie lange nicht – wenn ich es überhaupt tat. Auch diese neue Sache mit den wirklich heftigen Gefühlsausbrüchen – vielleicht ist es PMS, das ich vorher nie so kannte (oder wahrgenommen habe), vielleicht liegt es auch nur an der dunklen Jahreszeit (die das ganze verstärkt). Als mir aber klar wurde, dass das doch irgendwie mit meinem Zyklus zusammenhängen zu scheint, beschloss ich, etwas dagegen zu tun, denn einen temporären Auszug meines Liebsten wollte ich auf keinen Fall riskieren. Irrwitzigerweise benehme ich mich in den zwei drei Tagen so, dass wirklich keiner in meiner Nähe sein möchte und dennoch habe ich so ein unglaubliches Bedürfnis nach Nähe, dass es mich auffrisst.
Nachdem das mit dem "ich weiß ja ungefähr, wann es bei mir abgeht, dann kann ich schon irgendwie entgegensteuern" nicht geklappt hat, habe ich vor so ziemlich genau vier Wochen angefangen, Tagebuch zu schreiben. Jetzt nicht so nach dem Motto "Liebes Tagebuch ...", aber ich habe relativ ernsthaft und regelmäßig einige Dinge festgehalten.


Außerdem habe ich – aufmerksam geworden durch diese Podcast-Folge (ab ca. einer Stunde) – angefangen, auf mein Energielevel im Verlauf meines Zyklus zu achten. Auch da war mir schon aufgefallen, dass ich an Tag zwei total kraftlos bin – allerdings scheint das nicht jedes Mal so zu sein 🤔 Genau deswegen notiere ich mir sowas jetzt. Dadurch, dass ich mir immer den genauen Tag notiere, achte ich auch viel mehr darauf, in welcher Phase ich gerade stecke. Außerdem schreibe ich mir kleinere Wehwehchen dazu und ob sich auch mein Essverhalten im Verlauf der Wochen ändert. Eine sehr spannende Sache.

Nun liege ich wieder nachts wach in meinem Bett (es ist 02:51 am Freitag morgen) und auch gestern bin ich erst gegen halb zwei eingeschlafen, dennoch merke ich schon zwei Dinge, die sich positiv verändert haben. Gestern Nacht, an Tag 28 und potenziellem PMS-Alarm-Tag, habe ich mich wieder für einen Moment von doofen Gedanken übermannen lassen, allerdings konnte ich sie abwenden. Anders als beim letzten Mal schrieb ich meinem Liebsten keine WhatsApp-Nachricht mit Vorwürfen, sondern mit Liebesbekundungen. Tatsächlich funktionierte es. Meine Gedanken gaben Ruhe und mit leichter Musik auf den Ohren fand ich in den Schlaf und wachte ohne verquollene Augen am morgen wieder auf.

Heute Nacht schreibe ich diesen Blogartitel und berichte euch von diesem (weiteren) Projekt und werde dann danach hoffentlich schlafen können.

Für die nächsten Monate möchte ich mir einen Tracker basteln, um verschiedene Dinge noch besser beobachten und einordnen zu können, und natürlich werde ich euch davon berichten 🤗

Noch eine Tasse Tee?

die Liste - Frühling

Ich bin ein sehr vorfreudiger Mensch. Das heißt, ich freue mich immer auf das, was gerade nicht ist und kann das, was ist, gar nicht wi...